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Abbildung 2: Die Rechenmaschine von Schickard. Quelle: [1]
Dies war eine zeitraubende Arbeit, die die ständige Wiederholung immer
derselben Rechenschritte forderte. Schickards Rechenmaschine konnte nun einen
Teil der Arbeit, nämlich Additionen und Subtraktionen, mechanisch ausführen
und somit die Multiplikation, die damals noch eine recht aufwendige Sache
war, erheblich erleichtern. Sie arbeitete mit sechs Zylindern, auf denen die Re-
chenstäbe von Neper1 aufgetragen waren, und die über Zahnräder miteinander
wechselwirkten. Die Maschine besaß auch einen selbstständigen Zehnerübertrag:
er funktionierte indem ein größerer Zahn das Zählrad der nächsten (höherwer-
tigen) Stelle um eins erhöhte. Vervollständigt wurde die Maschine durch eine
Merkvorrichtung für Zahlen (z.B. für den Multiplikator), die man heute als
Register bezeichnet.
Von Schickards Rechenmaschine blieben leider nur einige wenige schriftliche
Aufzeichnungen übrig, die Maschine selbst wurde im 30-jährigen Krieg zerstört.
In den späten 50er Jahren unseres Jahrhunderts gelang es jedoch dem Tübinger
Professor von Freytag-Löringhoff, die Maschine zu rekonstruieren.
2.2 Charles Babbage (1792 1871)
Der nächste große Schritt in der Entwicklung der Rechenmaschinen gelang 1833
dem englischen Mathematiker Charles Babbage (Abbildung 3) zumindest in
der Theorie. Er war mit der Prüfung von Logarithmentafeln beschäftigt, und
diese stupide Tätigkeit war die Ursache für seine Idee einer universellen, auto-
matischen Rechenmaschine. Er entwickelte das Konzept der Differenz-Maschine
(Differential Engine), aber noch während er mit der Ausarbeitung dieser Idee
beschäftigt war, entwickelte er das Konzept gedanklich weiter, was dann zur
Analytical Engine (Abbildung 4) führte.
Die Analytical Engine umfaßte schon damals die wesentlichen Teile der heu-
tigen Computer: eine zentrale Recheneinheit, einem Speicher für Zahlen, ei-
ner Ein- und Ausgabeeinheit sowie eine Programmsteuereinheit, die Babba-
1Es handelt sich dabei um Stäbe, auf denen das kleine Einmaleins aufgetragen waren
und mit denen sich die Multiplikation auf Addition von Teilprodukten zurückführen ließ. Sie
wurden von dem Schotten John Neper (1550 1617) erfunden. Siehe auch [1]
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