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2.3 Herman Hollerith (1860 1929)
Abbildung 5: Herman Hollerith. Quelle: [4]
Die erste Rechenmaschine, die tiefgreifende wirtschaftliche Veränderungen
herbeiführte, war die automatische Zähl- und Sortiermaschine von Herman Hol-
lerith (Abbildung 5): Die USA hatten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
ein massives, vor Allem durch Einwanderer bedingtes Bevölkerungswachstum.
Dadurch wurde die von der amerikanischen Regierung alle 10 Jahre angeordne-
te Volkszählung zu einem fast unmöglichen Unterfangen: Zur Auswertung der
statistischen Daten einer solchen Zählung wurden fast 7 Jahre benötigt, so daß
die Daten, wenn sie veröffentlicht wurden, schon wieder veraltet waren. Herman
Hollerith, der an der 10. Volkszählung von 1880 mitgearbeitet hatte, hat für
diese Probleme nach einer Lösung gesucht. Das Ergebnis dieser Bemühungen
war seine Zähl- und Sortiermaschine (Abbildung 6).
Sie bestand aus einer elektromechanischen (d.h. in Relaistechnik aufgebau-
ten) Lochkarten-Abtast-Einheit und mehreren Zähluhren, die vorher festgeleg-
te, auf der Lochkarte codierte Parameter zählen konnten. Weiterhin konnten die
gezählten Lochkarten direkt nach der Zählung durch eine separate Sortierappe-
ratur geschleust werden und so nach beliebigen anderen Parametern neu sortiert
werden. Dadurch wurden komplexe Auswertungen möglich, und das in einer
Zeit und mit einer Fehlerfreiheit, die durch menschliches Auszählen nie erreicht
werden konnten. Durch den Einsatz von Holleriths Zähl- und Sortiermaschine
konnte bei der 11. Volkszählung von 1890 die Auswertungszeit auf 4 Wochen
verkürzt werden, was einer Senkung auf ca. 1% der ursprünglich benötigten Zeit
entsprach. Für damalige Verhältnisse ein enormer Produktivitätsgewinn.
Auf diesem Erfolg aufbauend gründete Hollerith die Tabulating Machine
Company und entwickelte seine Zählmaschinen konsequent weiter. So konn-
te 1910 der Durchsatz einer seiner Zählmaschinen auf 18.000 Lochkarten pro
Stunde gesteigert werden. Aus der Tabulating Machine Company wurde 1924
die Firma IBM, die bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts immer kom-
pliziertere Rechenmaschinen konstruierte, welche addieren, multiplizieren oder
dividieren konnten, jedoch immer noch auf eine (konstante) Formel der Form
(A ¡ B) £ C § D = E beschränkt waren.
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