Hier bastle ich noch!

Persönliches

Hallo!

Schön, dass Sie meine Website über Computergeschichte besuchen. Sie finden hier meinen persönlichen Blick auf die Computergeschichte. Um diesen Blick versehen zu können, muss man vielleicht ein bisschen etwas über mich wissen.

Ich, die Informatik und die Computergeschichte

Ein kurzer Lebenslauf mit Informatik-Fokus

  • Im Oktober 1981 wurde ich in Rheda-Wiedenbrück geboren.
  • 1986 kaufte mein Vater einen Atari 520 ST+. An dem Gerät machte ich erste Computererfahrungen. Allerdings nicht, wie die meisten, mit Spielen. BASIC-Befehle kannte ich aber schon weit bevor ich Englisch gelernt habe. Ein Spiel am Atari hat mich aber dann doch gefesselt: Oxyd.
  • Im Jahr 1992 wechselte ich ans Einstein-Gymnasium in Rheda-Wiedenbrück.
  • 1996 kauften wir uns einen IBM PC.
  • Um 1998 herum kauften wir uns ein Modem und waren damit im Internet - immer stunden- oder minutenweise, denn Nutzungsgebühren und Telefongebühren waren nicht ohne, und während wir im Netz waren war unser Telefonanschluss besetzt. So war es damals halt, mit dem Internet.
  • Ebenfalls 1998 verbrachte ich zusammen mit einem guten Freund eine Nacht im Heinz Nixdorf Museumsforum in Paderborn anlässlich der ersten WDR Computernacht. Es war defintiv nicht mein erster Besuch im Museum, aber wann ich das erste mal dort war, weiß ich nicht mehr.
  • Seit 1999 nahm ich an der Multimedia-AG meiner Schule teil. Wir entwickelten damals sehr früh die Website der Schule. An Nachmittagen und in Freistunden saßen wir im Computerraum und bastelten an der Seite. Es waren "wilde Zeiten". Wir konnten machen, was wir sollen und alles war neu. Der AG blieb ich fast 15 Jahre erhalten. Am Ende trafen wir uns an Wochenenden in der Schule und kümmerten uns um die immer umfangreicher werdende IT-Infrastruktur.
  • 2001 machte ich mein Abitur und 2002 begann ich ein Informatikstudium an der Universität in Paderborn. Eine der ersten Vorlesungen im ersten Semester hatte ich bei einem Professor, der Jahre später mein Chef werden solle. Er fragt die Frage der Fragen "Was ist eigentlich Informatik?". Eine Frage, die keiner von uns beantworten konnte und die mich letztendlich bis heute beschäftigt.
  • Früh im Studium machte ich erste Lehrerfahrungen als Vertretung am Einstein-Gymnasium und als Leiter von VHS-Kursen sowohl für Kinder als auch für Erwachsene.
  • Im Studium, das ich 2008 abschloss, entwickelte ich ein großes Interesse an den Bereichen Softwareentwicklung, Mensch-Maschine-Wechselwirkung und Informatik und Gesellschaft.
  • Ab 2008 war ich Mitarbeiter in der Fachgruppe Kontextuelle Informatik am Heinz Nixdorf Institut (HNI) der Universtität Paderborn zunächst als Stipendiat im Graduiertenkolleg Automatismen, dann als Stipendiat am HNI und schlussendlich als wissenschaftlicher Mitarbeiter.
  • Im Laufe dieser Zeit war ich an der Konzeption und Durchführung vieler Lehrveranstaltungen beteiligt. Den meisten Anteil daran nahm wohl eine Veranstaltung über Softwareergonomie ein, die ich seit einigen Jahren selbst halte und deren Inhalte wir im Moment in einem Buchprojekt festhalten.
  • Im Rahmen vieler Seminare und der Lehrveranstaltungen vertiefte sich auch mein Interesse an der Computergeschichte. Dazu weiter unten ein wenig mehr.
  • Im Jahr 2018 promovierte ich. Aus der Zusammenfassung der Promotionsschrift: "Die technischen Potenziale interaktiver Schnittstellen werden durch eine historische Betrachtung der Meilensteine der Entwicklung dieser Schnittstellen gewonnen. Dies erlaubt sowohl eine Beschreibung des aktuellen Zustandes als auch eine Analyse ungenutzter Potenziale"
  • Seit 2019 arbeite ich in der Fachgruppe Didaktik der Informatik (DDI) an der Universität Paderborn. Obwohl ich selbst nicht Lehramt studiert habe, bin ich hier genau richtig, denn in der DDI beschäftigen wir uns mit dem Allgemeinbildenden der Informatik und setzen hier einen Fokus darauf, Schülerinnen und Schüler in die Situation zu versetzen, die Welt digitaler Artefakte, in der wir alle leben, zu beherrschen statt ihr nur als Opfer gegenüberzustehen. Eine der Komponenten dazu ist es, nachzuvollziehen, dass die Technik nicht gottgegeben zwangsläufig so ist wie sie ist und gar nicht anders sein kann, sondern nur in der Interaktion mit Mensch und Gesellschaft verstanden werden kann. Der Schlüssel dazu: Das Nachvollziehung der Entwicklungspfade.

Mein Ansatz zur Computergeschichte.

Aus meinem Buch "Interface Evolution":

Es gibt [...] viele Argumente, die dafür sprechen, einen Blick in die Computergeschichte zu werfen. Es ist nahezu immer hilfreich, zu wissen, warum die Dinge so geworden sind, wie sie heute sind. Nicht nur weiß man dann die Leistung derer, die an der Entwicklung und Verbesserung moderner Computertechnik maßgeblich beteiligt waren, zu schätzen. Man kann bei aktuellen Nutzungsschnittstellen dann auch einschätzen, ob die Potenziale, die aktuelle Schnittstellen bieten, auch ausgenutzt werden oder ob sie hinter den Möglichkeiten zurückbleiben. Sich für Computergeschichte zu interessieren ist also eine lohnenswerte Sache.

[...]

Viele populäre Dokumentationen der Computergeschichte, sei es in Buchform, als Fernseh-Dokumentation oder als Internetvideo, sind nicht nur nüchterne, wissenschaftliche Blicke auf die Vergangenheit, sondern oft sehr subjektive Sammlungen von Geschichten. Es werden manche Erzählungen und Legenden rund um die historischen Ereignisse aufgegriffen, nacherzählt und mit belegbaren historischen Fakten versponnen. Viele dieser oft spannenden Erzählungen wurden von den Protagonisten der Entwicklungen selbst in die Welt gesetzt, andere entstammen den Marketingabteilungen der Computer- und Software-Hersteller.

[...]

Mein Ansatz in diesem Buch ist eine weitere Perspektive, über die ich in dieser Form noch kein Werk gefunden habe. Ich betrachte nicht die Protagonisten oder die Firmen und auch nicht in erster Linie die technischen Fortschritte in der Rechentechnik, sondern konzentriere mich auf die Evolution der Interfaces, also auf die Nutzungsschnittstellen. Allgemeiner formuliert interessiert mich in diesem Buch, wie sich die Art und Weise, Computer zu bedienen, im Laufe der Zeit entwickelt hat und was hinter den Entwicklungen stand. Der Begriff „Evolution“ im Titel ist dabei nicht leichtfertig gewählt. Evolution ist in der Biologie nicht einfach eine beliebige Entwicklung, sondern eine zusehends bessere Anpassung einer Lebensform an die Umweltbedingungen und die sich aus ihnen ergebenden Gefahren. Will man die Evolution einer Spezies erklären, muss man immer auch deren Umwelt mitbetrachten. Natürlich muss klar sein, dass es sich bei der hier beschriebenen Evolution nicht ganz so verhalten kann, wie in der Biologie, denn technische Geräte leben ja nicht und verändern sich nicht aus sich heraus, sondern werden von ihren Nutzern und Erzeugern weiterentwickelt oder den Nutzerbedürfnissen entsprechend angepasst. Ich halte den Begriff Evolution trotzdem für passend, denn was die Entwicklung der Nutzungsschnittstellen der Computer mit der biologischen Entwicklung gemein hat, ist ihre Wechselwirkung mit der Umwelt. Bei der biologischen Evolution ist es die natürliche Umgebung einer Spezies, die betrachtet werden muss, und bei der Evolution der Nutzungsschnittstellen sind es der Stand der Rechentechnik auf der einen und die Nutzungsanforderungen, die an den Computer und seine Bedienung gestellt werden, auf der anderen Seite.

Für mich wichtig ist also immer auch die Umwelt und damit das, was im wahrsten Sinne des Wortes das, was "dazwischen" steht, das Interface, oder zu Deutsch die Nutzungsschnittstelle.

Auf der einen Seite der Schnittstelle, nach außen hin, gibt es nur die Objekte der Nutzungswelt und auf der nach innen gerichteten Seite nur die physikalischen Gegebenheiten der technischen Welt. Die erzeugte Nutzungswelt [nennt Bruce Tognazzini] eine „fanciful illusion“, also, wenn man so will, eine Scheinwelt, die aber für den Nutzer die Welt ist, mit der sich ihm sich der Computer präsentiert, also die einzig wahre Welt. Um derartige „Scheinwelten“ der verschiedenen Nutzungsschnittstellen geht es mir [...]. Wie sind sie entstanden? Welche Nutzungsanforderungen standen hinter ihrer Ausgestaltung? Welche technischen Probleme waren zu lösen? Was waren die Hintergründe hinter Nutzungsschnittstellen, die heute kurios wirken, und inwiefern haben Designentscheidungen aus vergangenen Jahrzehnten noch heute Auswirkungen auf die Art und Weise, wie wir unsere Computer bedienen?

Was ich überhaupt nicht mag, wenn Leute über Computer(geschichte) sprechen

  • Die Suche nach "dem Ersten"
  • Einfache Erklärungen, gerne mit Schadenfreude verbunden
  • Religiöse Diskussionen
  • Technikdeterminismus

Was ich sonst noch so mache

  • Fotografieren
  • Städtepartnerschaft Rheda-Wiedenbrück mit Palamós

Bin ich ein Nerd?

Auf jeden Fall, denn

  • ich programmiere gern.
  • ich besitze mehr als 2 Computer. Gibt es auch Leute, die weniger als 2 haben?
  • ich kann mit Leuten stundenlang über Computerkram sprechen.
  • ich bin Star-Trek-Fan und ich liebe es... außer natürlich den neuen Mist, den meisten zumindest... ihr wisst schon.
  • ...

Auf keinen Fall, denn

  • ich bin ein Kommunikationsmensch.
  • für mich gehört zum Technikinteresse immer gleichermaßen ein Menscheninteresse.
  • ich bin absolut nicht der Meinung, dass man soziale Probleme durch Technik lösen kann, wohl aber, dass Technik an Lösungen und Problemen beteiligt ist.